Belastende Erfahrungen verstehen. Neue Sicherheit entwickeln.
Belastende Erfahrungen können Spuren im Nervensystem hinterlassen. EMDR unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, diese Erfahrungen zu verarbeiten und wieder mehr innere Sicherheit zu entwickeln.
Manchmal erleben Kinder oder Jugendliche Situationen, die sie nachhaltig belasten. Das können einzelne Ereignisse sein, aber auch Erfahrungen, die sich über einen längeren Zeitraum entwickelt haben.
Kinder zeigen solche Belastungen oft nicht mit Worten, sondern durch ihr Verhalten.
Vielleicht beobachtest du, dass dein Kind
- plötzlich ängstlicher geworden ist,
- schlecht schläft,
- sich zurückzieht,
- schnell wütend oder verzweifelt reagiert,
- sich in der Schule verändert,
- körperliche Beschwerden entwickelt, obwohl medizinisch alles abgeklärt wurde,
- oder immer wieder an belastende Situationen erinnert wird.
Hinter solchen Reaktionen steckt häufig kein Fehlverhalten, sondern die verständliche Reaktion eines Nervensystems auf belastende Erfahrungen.
Was ist EMDR?
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode der Traumatherapie, die bei Kindern und Jugendlichen altersgerecht angepasst wird.
Sie unterstützt das Gehirn dabei, belastende Erfahrungen so zu verarbeiten, dass sie ihre überwältigende Wirkung verlieren. Belastende Erinnerungen werden dabei nicht gelöscht, sondern so verarbeitet, dass sie ihren überwältigenden Einfluss verlieren können.
Bei Kindern geschieht dies altersgerecht und spielerisch. Je nach Alter kommen beispielsweise Geschichten, Zeichnungen, Figuren oder andere kreative Methoden zum Einsatz. Die bilaterale Stimulation erfolgt nicht nur über Augenbewegungen, sondern kann auch durch Töne oder sanfte Berührungen (z. B. Tapping) erfolgen.
Wann kann EMDR hilfreich sein?
EMDR kann Kinder und Jugendliche unter anderem unterstützen bei
- belastenden Erlebnissen
- Unfällen
- medizinischen Eingriffen
- Mobbing
- der Trennung oder Scheidung der Eltern
- dem Verlust eines nahestehenden Menschen
- Ängsten
- belastenden Erfahrungen in der Schule
- Bindungs- und Entwicklungstraumata
- emotionalen Belastungsreaktionen
Ob EMDR im jeweiligen Fall sinnvoll ist, klären wir immer gemeinsam und individuell.
Die Eltern gehören dazu.
Kinder entwickeln sich in Beziehungen. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wichtiger Bestandteil meiner therapeutischen Arbeit.
Gemeinsam schauen wir nicht nur auf die Symptome deines Kindes, sondern auch darauf,
- was dein Kind braucht,
- wie du dein Kind im Alltag unterstützen kannst,
- und wie neue Erfahrungen von Sicherheit für die ganze Familie entstehen können.
Meine Haltung
Ich bin überzeugt: Hinter jedem Verhalten steckt eine Geschichte. Kinder zeigen uns mit ihrem Verhalten oft das, wofür ihnen noch die Worte fehlen.
Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, problematisches Verhalten möglichst schnell zu verändern. Mich interessiert zunächst, welche Erfahrungen das Nervensystem deines Kindes geprägt haben. Erst wenn wir dieseZusammenhänge verstehen, kann nachhaltige Veränderung entstehen.
Wie kann EMDR helfen?
EMDR hilft Kindern nicht dabei, belastende Erfahrungen zu vergessen.
Es unterstützt ihr Nervensystem dabei, diese Erfahrungen anders zu verarbeiten.
Dadurch verlieren Erinnerungen häufig ihre überwältigende Wirkung. Kinder gewinnen wieder mehr Sicherheit, Leichtigkeit und Vertrauen in sich selbst.
Wie läuft eine EMDR-Therapie ab?
Viele Eltern fragen sich zunächst, was ihr Kind in einer EMDR-Therapie erwartet.
Der Ablauf richtet sich immer nach Alter, Entwicklungsstand und Anliegen Ihres Kindes. Zu Beginn steht das gegenseitige Kennenlernen sowie der Aufbau von Sicherheit und Vertrauen. Gemeinsam mit Ihnen verschaffe ich mir ein Bild von der Situation und beantworte Ihre Fragen.
Erst wenn genügend Stabilität vorhanden ist, beginnen wir mit der eigentlichen Verarbeitung belastender Erfahrungen. Dabei arbeite ich altersgerecht und passe die Methoden individuell an Alter, Entwicklung und Bedürfnisse Ihres Kindes an.
EMDR ist kein festes Schema. Jede Begleitung orientiert sich am Tempo und den Bedürfnissen Ihres Kindes.
Orientierungsgespräch
Wenn du dich fragst, ob EMDR für dein Kind sinnvoll sein könnte, lernen wir uns gerne in einem unverbindlichen Orientierungsgespräch kennen.
Gemeinsam schauen wir auf dein Anliegen und besprechen, welcher Weg für dein Kind passend sein kann.
